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21.04.2023

_marokkos upcoming market: grüner wasserstoff aus der wüste

marokkos upcoming market: grüner wasserstoff aus der wüste. Mamdouh Al Tajjar / Foto: Jan Northoff
Mamdouh Al Tajjar / Foto: Jan Northoff

In Sachen erneuerbarer Energien ist Marokko Pionier auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land steht vor einem bedeutenden Umbruch. Noch sind fast die Häfte der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig - zugleich wächst der Industrieanteil. Die nötige Wachstumsenergie soll die Sonne liefern. Bis 2030 soll der Anteil auf 52 Prozent steigen und damit die Treibhausgasemissionen um 45,5 Prozent sinken. Die EU hat Investitionen von 1,6 Milliarden Euro bereits zugesagt.  Die Zeichen stehen also günstig für Zulieferer und Hersteller klimafreundlicher Energielösungen. Investionen könnten sich lohnen.

Grüne Energie für nachhaltiges Wirtschaftswachstum

Der Landwirtschafts-Sektor macht zwar nur 12 Prozent des Bruttoinlandprodukts Marokkos aus, bindet aber fast die Hälfte aller Erwerbstätigen. Die verarbeitende Industrie, der Bergbau und die Textilindustrie sind dagegen Wachstumsbranchen mit großem Potenzial. Ob verlässliche Energiequellen verfügbar sind, ist also maßgeblich dafür, ob die Potentiale ausgeschöpft werden können oder nicht. Marokko hat sich dem Slogan „Wirtschaft UND Umwelt“ verschrieben. Der Wüstenstaat will von ausländischen Energiequellen unabhängig werden und so die eigene Wirtschaft stärken. 

Die marokkanische Solarenergieagentur MASEN hat sich im Bereich Solar- und Windenergie auf dem afrikanischen Kontinent als Vorreiter positioniert. International bedeutende Branchenunternehmen wurden angezogen und dadurch ein hohes Maß an Know-how aufgebaut.

Aufgrund seines außergewöhnlichen Potenzials für die Stromgewinnung aus Solar und Wind ist das Königreich prädestiniert für die Produktion und den Export von grünem Wasserstoff. Das Ziel des Königreichs, bis zum Jahr 2030 insgesamt 52 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu generieren, könnte sogar übertroffen werden. Bis 2040 stehen 70 Prozent auf dem Plan.  Bis 2050 ist die Marke von 80 Prozent ausgerufen. Verschiedene Initiativen, welche vorsehen, Energie in Wasserstoff (Power to X) umzuwandeln, befinden sich bereits in der Startphase.

Investitionen der Europäischen Union

Bis zum Jahr 2027 wird die EU, im Rahmen der Initiative Global Gateway, rund 1,6 Milliarden Euro in die Energiewende in Marokko investieren. Aus den Plänen ergeben sich für Zulieferer und Hersteller klimafreundlicher Energielösungen neue Projektchancen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) fördert zudem mit 129 Millionen Euro den Bau von sieben Photovoltaik-Kraftwerken - Projekt Noor Atlas - im Osten und Süden Marokkos, gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der KfW Entwicklungsbank. 

Die installierte Gesamtleistung soll 240 Megawatt betragen. Das Projekt ist Teil des marokkanischen Solarplans (MSP) und dementsprechend nur eines von vielen Vorhaben, mit denen Marokko massiv in den Ausbau der Solarenergie investiert. Die EIB schreibt auf dieser Grundlage laufend neue Projekte aus.

Drei-Stufen-Entwicklung des Wasserstoffsektors

Eine von der bilateralen Energiepartnerschaft Pertenariat Energétique Maroco-Allemand (PAREMA) entworfene Strategie sieht die Einführung neuer Technologien und den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur vor. Bis 2030 sollen natürliche Wasserstoffressourcen erkundet und der Export von grünen Wasserstoffprodukten vorangetrieben werden. Marokkanische Industrieunternehmen sollen verstärkt Wasserstoff in der Produktion einsetzen. Im zweiten Zeitraum bis 2040 könnten die ersten wirtschaftlich tragfähigen Projekte im Bereich Power-to-X beginnen. Der Plan für die Jahre 2040 bis 2050 sieht den Einsatz von grünem Wasserstoff in zahlreichen Bereichen vor: in der Industrie, bei der Wärmeerzeugung, der urbanen Mobilität oder auch im Luftverkehr. 

Zugang für Ausländische Investoren

Neben der Unterstützung der marokkanischen Regierung und des Königshauses bietet das Königreich ausländischen Investoren verschiedenste finanzielle und steuerliche Anreize, beruhend auf Art. 28 des Rahmengesetzes Nr. 99-12 über die Nationale Charta für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (Loi-cadre n° 99-12 portant Charte Nationale de l’Environnement et du Développement Durable, 2014). Präzisiert werden hier u.a. Subventionen, die anteilige oder vollständige Befreiung von Zöllen, Steuern oder Abgaben, langfristige Darlehen und zinsgünstige Kredite

Auch im Bereich der erneuerbaren Energien haben ausländische Investoren weitgehend freie Hand, lediglich der Kauf von Agrarland bleibt ihnen verwehrt. Dieser Umstand hält aber eine Lösung parat: eine langfristige Pacht vom Staat oder privaten Eigentümern. Beteiligungen an marokkanischen Gesellschaften dürfen bis zu 100 Prozent in ausländischer Hand liegen und Kapital und Dividenden können unter Beachtung der devisenrechtlichen Bestimmungen unbeschränkt ausgeführt werden.

Sie sind am Standort Marokko interessiert oder planen eine Investition in erneuerbare Energien? Dann setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung. Neben der Beantwortung Ihrer Fragen nehmen wir uns gerne der ausführlichen Beratung und Betreuung Ihrer Angelegenheiten an - auch vor Ort in Marokko.

Kontakt:

Mamdouh Al Tajjar, Business Consultant, Associate.

altajjar@clayston.com

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